Von der Gründung 1862 bis 1920
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Von der Gründung 1862 bis 1920

Im Herbst 1861 konnte der Braker Hafen seiner Bestimmung übergeben werden. Für den Feuerschutz wurde von der Großherzoglichen Regierung in Oldenburg im Mai 1862 eine Handdruckspritze angeschafft. Dem Braker Turnverein machte man den Vorschlag, aus den Reihen seiner aktiven Turner die Bedienmannschaft zu stellen. Auf der Versammlung am 5. Mai 1862 erfolgte ein einstimmiger Beschluß, eine Freiwillige Turnerfeuerwehr zu gründen. Mit den im Juni 1862 erstellten und zur Genehmigung vorgelegten Statuten war die Gründung vom Großherzoglichen Amt auch amtlich beglaubigt. Mit der Genehmigung der Regierung erhielt die Turnerfeuerwehr eine Handdruckspritze. Zu den Kosten der Ausrüstung bewilligte die Oldenburgische Versicherungsgesellschaft 60 Taler, die Colonia 54 Taler, die schlesische Feuerversicherung 25 Taler und die Phönix 25 Taler. Schon bei Einsätzen im September 1862 beim Bäcker Schwarting, wo ein Heuschober brannte und im Dezember 1862 kannte die Freiwillige Turnerfeuerwehr ihre Schlagkraft erfolgreich unter Beweis stellen. Sie erhielt dafür ein Dankesschreiben des damaligen Großherzoglichen Amtes.
Die Freiwillige Turnerfeuerwehr gehörte zu den acht Gründern des Oldenburgischen Feuerwehrverbandes am 14. August 1881.
Da die erste Handdruckspritze auch nach einem Umbau den Anforderungen nicht mehr entsprach, wurde am 25. Januar 1882 bei der Fa. A, Meyer in Oldenburg eine leistungsfähigere Spritze bestellt. Diese kam bald zur Auslieferung. Die Anschaffungskosten in Höhe von 1200,- Mark sind mit vom Amt Stadland und verschiedenen Feuerversicherungsgesellschaften getragen worden.
Im Oktober 1882 fand die Freiwillige Turnerfeuerwehr in Meyershof Gelegenheit, erfolgreich bei einem Brand einzugreifen. In Anerkennung der geleisteten Hilfe erhielt die Wehr von der Oldenburgischen Landesbrandkasse 150,- Mark,
Ein Spritzenhaus war zur damaligen Zeit noch nicht vorhanden.
Für die Gerätschaften musste eine Unterkunft angemietet werden, die aber auch mehrfach gewechselt wurde. Im Jahre 1882 erhielt die Freiwillige Turnerfeuerwehr die ersten Uniformen bestehend aus Bluse mit Gürtel und Mütze mit Schild, außerdem erhielt sie Hakenleiter und Steigergurte mit Leinen. Da die Freiwillige Turnerfeuerwehr mit zu den Anschaffungskosten anteilig beitragen musste, war es kaum möglich, größere Anschaffungen zu machen. Erst im Jahre 1900 konnten größere Anschaffungen gemacht werden. Die Spritze bedurfte einer gründlichen Überholung. Die Kosten übernahmen zu je ein Drittel die Stadtkasse, die Amtskasse und die Landesbrandkasse. Da die Stadt sich mehr ausdehnte und durch den Hafen sich der Handel und der Verkehr vergrößerte, waren die alten Spritzen den Anforderungen nicht mehr gewachsen. Sehr deutlich zeigte sich dies bei dem Brand der Holzlager am Kaiserhafen am 30. 12. 1908. Wenn die Pumpe sich auch gut bewährte, so war sie doch zu schwer zu handhaben. Im Februar 1909 trat die Turnerfeuerwehr an die Stadtverwaltung heran mit der Bitte um Anschaffung einer Dampfspritze, die zu bedienen sie sich bereit erklärte. Die im Dezember 1909 in Dienst gestellte Dampfspritze wurde jedoch der städtischen Pflichtfeuerwehr übergeben anstatt der Freiwilligen Turnerfeuerwehr, die doch stets als Erste an der Brandstelle war und auch als erste Wehr Wasser gab.
Während der Versammlung im Februar 1909 kam erstmalig der Vorschlag, das gesamte Feuerlösch- und Rettungswesen der Stadt Brake neu zu organisieren.
Wie aus den vorhandenen Protokollen ersichtlich ist, bestand der Dienst aus Übungen, Hauptübungen und Geräteprüfungen. Am 12. Juni 1912 konnte die Freiwillige Turnerfeuerwehr ihr 50-jähriges Bestehen festlich begehen und auf ein erfolgreiches halbes Jahrhundert zurückblicken.
Während des ersten Weltkrieges konnte die Einsatzfähigkeit der Freiwilligen Turnerfeuerwehr mit den noch vorhandenen und neu hinzukommenden Kräften notdürftig aufrecht erhalten werden. Der damalige Leiter der Turnerfeuerwehr war der Hauptmann Carl Reinecke. Protokolle liegen für diese Zeit nicht vor, es
mußte deshalb auf Angaben älterer Kameraden zurückgegriffen werden.  
 
 
 

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Kopie des Gründungsprotokolls von 1862
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